Nach einem etwas schreibfaulen halben Jahr, habe ich nun Zeit und Muße mich ein wenig Kund zu tun. Ich befinde mich zur Zeit in Freudental, zwischen Heilbronn und Stuttgart, wo ich nun seit ungefähr 5 Wochen in einer Zimmerei arbeite. Soviel nun zum aktuellen nun zu vergangenen Monaten. Von meinem letzten Bericht an tippelte ich noch ein wenig mit dem Maurer René durch die schöne Schweiz. Von Winterthur nach Lugano im Tessin und von dort wieder über Frauenfeld zurück nach Deutschland. Dort über den Bodensee und dann in einer Nacht nach Hamburg um am nächsten Tag in Lüdersburg bei Lüneburg zu arbeiten.
Dort baut sich ein einheimischer Freiheitsbruder in jahrelanger Kleinabeit ein Stohballenhaus, dass heißt eine auf großen Feldsteinen ruhende Holzrahmenkonstruktion, bei der die Felder nicht wie sonst üblich mit Mineralwolle oder Zelluloseflocken gedämmt werden sondern mit Strohballen. Die mit Lehmverputzten Wände machen das Haus dann fast zu einem Passivhaus.
Meine Aufgabe bestand nun dadrin aus 4 Eichenstämmen einen Fussboden von etwa 70m² anzufertigen. Die einzelnen Bohlen wurden Freihand nach Schnurschlag mit der Handkreissäge besäumt (neue Liebe: Maffell) und anschließend in die Trocknung gegeben, um das bereits 4 Jahre abgelagerte Holz an das künftige Rauklima anzugleichen. Dies dauerte etwa 3 Wochen. Zeit die ich mit verschiedenen Basteleien gut herum brachte. Zum einen fertigte ich zwei kleine Puppen Wickelkommoden, Schubkästen von 4m länge unter dem Wohnzimmer, und vollendete die Haustür bei einem einheimischen Tischlermeister in Hamburg www.woodpecker-hh.de. Dann konnte es losgehen. Die Bohlen zwischen 30cm und 50cm breite und bis zu 6m Länge waren ja bereits konisch besäumt, wurden auf der Fläche erst abgerichtet und dann auf Dicke gehobelt. Ein Akt der auf einer recht Preiswerden Kombimaschine eines italienischen Herstellers mit Hilfe zweier Lehrlinge durchgeführt wurde. Dann bekam ich qualifizierte Hilfe von Michael einem weiteren Fremden Tischlers aus der Gegend von Düsseldorf. Gemeinsam fügten wir die einzelnen Bohlen mit der Handkreissäge, wobei wir einen kleinen Trick anwendeten um absolut dichte Fugen zu erlangen, auf den ich jetzt nicht weiter eingehen möchte. Anschließend wurden noch an beide Längskanten mit der Oberfräse Nuten gefräst und die Bohlen mit Fremdfedern verlegt. Große Äste und Risse wurden dann noch mit Hilfe der Oberfräse und einer wilden Bandschleifer Konstruktion mit passenden Flicken versehen und der ganze Boden geschliffen und geölt. Somit verbrachte ich fast 3 Monate in Lüdersburg, mein zweites Weihnachtsfest in Hamburg und Sylvester bei Nürnberg.
In anbetracht solcher Arbeit, ließ ich die für Ende Dezember geplante Andalusien Reise fallen und flog in anbetracht des schlechten Wetters in Spanien und der Preise einer Fährfahrt Anfang Februar nach Tenerifa, um mich mit noch 13 anderen Fremden auf der wunderschönen Insel La Gomera zu treffen. Dort arbeitete ich etwa 2 Wochen und genoß weitere 2 Wochen die Schönheit der Insel und das Wetter um dann wieder in das naßkalte Deutschland zurück zu kehren. Dort ging es von Düsseldorf, Münster, Nürnberg, Regensburg, Leibzig, Rostock nach Danzig, wo das diesjährige Fremdentreffen des Freiheitsschachtes stattfand. Ich muss wirklich sagen, dass Danzig eine der schönsten Städte ist, die ich bisher bereist habe. Danzig ist auf jedenfall eine Reise wert. Von aus Danzig ging es für mich dann über Leibzig in die Gegend von Reutlingen, wo ich mit noch vielen anderen Gesellen eine Zimmerin nach 3,5 Jahren mit nach Hause gebracht habe. Es war eine wunderschöne Tippelei durch die Schwäbische Alb bis nach Hildritzhausen. Und so ging es dann noch ein paar Wochen hin und her durch unser schönes Heimatland, von Bingen, Ahlen (Westf.), Gütersloh, Bielefeld, Illertissen, Immenstadt, Kempten, Nürnberg, Dresden, Grimma, Leibzig bis nach Heilbronn.
In Heilbronn traf ich dann mit meinem mometanen Reisekameraden Ole aus Fleckeby (endlich mohl wedder en bet Platt schnacken) auf unsere momentane Chefin, die uns, wie wild, in der Fußgängerzone hinterher rannte und schrie: “Gesellen ich hab Arbeit für euch.” Nun wir brauchten arbeit und nahmen das Angebot an. Erst für eineinhalb Wochen und inzwischen seit 5 Wochen. Somit bin ich wiedereinmal in der Zimmerei gelandet und muss trotz machmal aufglimmender Sehnsucht nach der Werkstatt sagen das ich die Arbeit auch nicht ungerne mache. Zudem gestalltet sich hier das Freizeit Programm recht angenehm. Heute warn wir beispielsweise Segelfliegen. Nun neigt sich aber meine Zeit auch in dieser Region auch dem Ende und so werde ich nächste Woche wieder meinen Charly schultern und in Richtung Süd Ost ziehen um zu sehen was im fernen Transilvanien für Abenteuer auf mich warten.
Somit wünsche ich einen angenehmen Sommer
Torge